Babesiose beim Hund

By | 16. Juli 2017
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Babesiose beim Hund Mädchen kuschelt mit HundDie Babesiose beim Hund ist eine schwerwiegende Infektionskrankheit, die unbehandelt zum Tod des Vierbeiners führen kann. Ihren Beinamen „Hunde-Malaria“ trägt die Krankheit wegen ihres Übertragungsweges: Sie wird genauso wie Malaria beim Menschen durch Parasiten übertragen. Verantwortlich für die Ansteckung mit Babesiose sind allerdings keine tropischen Mücken, sondern stattdessen in der Regel Zecken. Sie übertragen eine bestimmte Art von Blutparasiten auf den Hund. Gelangen diese Parasiten nun durch den Zeckenbiss in den Körper, beginnen sie umgehend ihr zerstörerisches Werk. Sie zerstören systematisch die lebensnotwendigen roten Blutkörperchen des Hundes. Die dadurch entstehende Blutarmut endet – sofern der Hund nicht behandelt wird – in vielen Fällen tödlich.

Symptome der Babesiose beim Hund

Eine heimtückische Eigenschaft der Krankheit zeigt sich bei der Suche nach typischen Beschwerden. Diese bleiben gerade zu Beginn der Erkrankung häufig aus. Zeigen sich jedoch Symptome, so treten sie meist etwa 7 bis 21 Tage nach der Infektion auf. Die betroffenen Hunde erscheinen dabei plötzlich äußerst teilnahmslos, bekommen hohes Fieber, verlieren innerhalb kürzester Zeit an Gewicht und trinken vermehrt. Bleibt die Babesiose längere Zeit unentdeckt, kommen Blutarmut und Gelbsucht hinzu. Der Urin verfärbt sich dabei meist dunkel.

Die Diagnose der Babesiose

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Besteht ein Verdacht auf Babesiose beim Hund, fragt der Tierarzt zunächst nach, ob der Hund in der letzten Zeit von einer Zecke gebissen wurde oder sich im Ausland aufgehalten hat. Legen die Antworten eine Infektion mit den Blutparasiten nahe, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Eine akute Babesiose lässt sich mit dieser Methode zweifelsfrei nachweisen. Bei einer chronischen Erkrankung ist hingegen meist ein Antikörper-Nachweis notwendig.

Behandlungsmöglichkeiten der Infektionskrankheit

Zur Behandlung der Babesiose beim Hund verwendet man Mittel, die die einzelligen Parasiten gezielt bekämpfen. Diese Wirkstoffe werden unter de Namen Antiprotozoika zusammengefasst. Meist muss das Medikament dabei nur ein- bis zweimal verabreicht werden, um die Parasiten zu bekämpfen. Erscheint der Hund infolge der Blutarmut sehr geschwächt, kommen darüber hinaus zuweilen auch Bluttransfusionen zum Einsatz.

Vorbeugende Maßnahmen beim Tier

Die beste Vorbeugung einer Infektion besteht darin, den Hund nicht in Gebiete mitzunehmen, in denen Babesiose gehäuft auftritt. Klassischerweise kommt die Erkrankung vor allem in am Mittelmeer gelegenen Ländern vor. Die Ansteckungsgefahr bei einer Reise in ein entsprechendes Gebiet ist grundsätzlich erhöht. Völlig in Sicherheit wiegen kann man sich allerdings auch hierzulande nicht. In den letzten Jahren sind auch in Deutschland vereinzelt Fälle bekannt geworden.

Nicht nur wegen der Gefahr einer Babesiose-Infektion ist daher die Zeckenprophylaxe eine wesentliche Schutzmaßnahme, die jeder Hundebesitzer ernst nehmen sollte. Verschiedene Wirkstoffe schrecken Zecken vom Biss ab und schützen den Hund damit vor der Übertragung von Krankheitserregern. Nach einem Spaziergang im Grünen sollte der Vierbeiner zudem generell nach Zecken abgesucht werden. Lässt sich eine Reise ans Mittelmeer nicht vermeiden, haben Hundebesitzer darüber hinaus zwei Möglichkeiten. Zum einen gibt es ein Medikament, das den Verlauf der Krankheit bedeutend abschwächt und vorbeugend verabreicht werden kann. In der Schweiz und in Frankreich ist zum anderen ein Impfstoff zugelassen, der Verlauf der Krankheit wird dadurch erleichtert. Egal für welche Maßnahmen man sich letztlich entscheidet: Vorbeugen ist bekanntermaßen immer besser als Heilen.