Brachyzephalie beim Hund

By | 13. Mai 2017
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Brachyzephalie beim Hund HundeschädelHinter der Erkrankung Brachyzephalie beim Hund steckt eine angeborene erbliche Verformung des Schädels bei Hunden. Das führt zu zahlreichen gesundheitlichen Schwierigkeiten bei den Vierbeinern. Von dieser Erkrankung sind insbesondere Hunde, jedoch ebenso Katzen betroffen. Der Schädel des Hundes ist kürzer und breiter als bei gesunden Tieren. Brachyzephalie beim Hund führt vor allem zu Problemen der oberen Atemwege. Das lässt sich zusammenfassend als Brachyzephalie-Syndrom bezeichnen. Das Syndrom zeichnet sich durch eine Behinderung der Atmung und durch eine gestörte Wärmeregulation aus. Folgende Hunderassen sind in der Regel von der Erkrankung betroffen.

  • Malteser
  • Mops
  • Englische Bulldogge
  • Französische Bulldogge
  • Boston Terrier
  • Boxer
  • Shih-Tzu
  • Pekinese
  • Yorkshire Terrier
  • Zwergpinscher

Die Ursachen für die Erkrankung Brachyzephalie beim Hund

Die Erkrankung entsteht aufgrund einer Folge von gezielter Zucht. Die Zuchtauslese bewirkt eine Verkürzung von Schädel, Nase sowie Unterkiefer. Der Grund dafür ist, dass erwachsene Tiere ihre kindliche Stupsnase behalten sollen. Sobald die Zuchtauslese falsch oder übertrieben wird, entsteht eine extreme Form der Erkrankung. Hierbei handelt es sich um eine durch Menschen verursachte Krankheit, die schwere sowie lebenslang anhaltende gesundheitliche Schwierigkeiten zur Folge hat.

Die Symptome der Erkrankung Brachyzephalie beim Hund

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Ein typisches Symptom ist vor allem eine äußerst geräuschvolle sowie impulsiv betonte Atmung in Kombination mit Atemnot. Darüber hinaus stellt der Tierarzt bei der Diagnose zumeist verengte Nasenlöcher sowie Nasenhöhlen, ein verlängertes sowie verdicktes Gaumensegel und einen verkürzten Rachenraum fest. Außerdem sind deutliche Veränderungen am Kehlkopf festzustellen. Entsteht zu großer Druck beim Einatmen, ziehen sich die Rachenmandeln des Tieres in das Innere der Atemwege. Das hat wiederum nachstehende Folgen.

  • Atemprobleme
  • Erstickungs-Anfälle
  • Ohnmacht
  • Röchelnde Atemgeräusche
  • Schnarchgeräusche

Überdies sind betroffene Hunde aufgrund der verminderten Fähigkeit zum Hecheln empfindlicher gegenüber Hitze als gesunde Tiere. Dadurch können mögliche Komplikationen entstehen. Dazu zählt vor allem ein Ödem des Kehlkopfdeckels sowie ein Kollaps des Kehlkopfes. Ferner kann eine Einstülpung der seitlichen Kehlkopftaschen nach innen entstehen. Weitere Komplikationen sind ein Luftröhrenkollaps, eine Entzündung der Rachenmandeln sowie Bronchitis. Aufgrund von ungenügender Sauerstoffsättigung kann eine Herzinsuffizienz entstehen.

Nennenswert ist vor allem eine erhöhte Aufnahmebereitschaft gegenüber Wärme. Die Nasenmuscheln sowie die seitliche Nasendrüse haben eine bedeutende Rolle für die Wärmeabgabe. So sind erkrankte Hunde häufig äußerst empfindlich gegenüber warmen Umgebungstemperaturen.

Die Diagnose der Erkrankung Brachyzephalie beim Hund

Zunächst erhebt der Tierarzt eine genaue Anamnese und untersucht das Tier im wachen Zustand. Anschließend erfolgt eine weitere Diagnostik mit den ersten Operationen in derselben Narkose – am gleichen Tag.

Um das Tier richtig einzuschätzen und ihm helfen zu können, werden die gesamten anatomischen Abweichungen kontrolliert sowie beurteilt. Damit die innen liegenden Anteile des Atemgeräts untersucht werden können, ist eine Narkose unabdingbar. Diese gestaltet sich bei betroffenen Hunden nicht gefährlicher als bei gesunden Tieren.

Während der Narkose untersucht der Tierarzt zunächst die Mund- und Rachenhöhlen. Nur so lässt sich beurteilen, ob der Kehlkopf kollabiert und das Gaumensegel verlängert ist. Hierbei kontrolliert der Tierarzt, ob die Stimmtaschen chronisch verändert sind und wie breit und dick die Zungenbasis ist. Während der Narkose wird außerdem geprüft, ob die weiteren anatomischen Strukturen dieses Gebiets in Ordnung sind. Dazu zählen die Zähne, der harte Gaumen, das Zahnfleisch sowie der Unterzungengrund.

Anschließend führt der Tierarzt einen Schlauch ein, um die Luftpassage für die Atemwege zu gewährleisten. Um die Luftröhre sowie die Brustwirbelsäule zu kontrollieren, fertigt der Tierarzt ein Röntgenbild an. Im Anschluss begutachtet der Mediziner die Nasenlöcher sowie die Nasenmuscheln. Hierbei lässt sich der Schädel mithilfe der Computertomografie abbilden. Die Nasenhöhlen werden mit einer Kamera untersucht. Die Computertomografie zeigt im Detail, ob sich die Nasenmuscheln verdickt haben. Wenn sie nach hinten aus der Nasenhöhle in die Rachenhöhle hineinwachsen, sieht der Tierarzt das ebenfalls. Zusätzlich lässt sich erkennen, ob die Nasenmuscheln einander oder umliegende Gebiete berühren.

Die Behandlung der Erkrankung Brachyzephalie beim Hund

In der Regel versuchen Tierärzte, die Verengungen an mehreren Stellen chirurgisch zu beseitigen. Dabei kürzen sie das Gaumensegel, erweitern zu enge Nasenöffnungen und entfernen hervorgetretene Kehlkopftaschen im Kehlkopf. Allerdings erzielen die Mediziner nicht immer befriedigende Ergebnisse. Bei schwerer Atemnot führen die zur Verfügung stehenden Operations-Möglichkeiten nicht häufig zur ersehnten Verbesserung. Aufgrund dessen wurden bereits neue Therapie-Verfahren entwickelt, um die Brachyzephalie beim Hund gezielter zu behandeln.

Aufgrund wissenschaftlicher Untersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Atemnot durch Verstopfungen innerhalb der Nasenhöhle entsteht. Der Verschluss wird durch fehlgestaltete Nasenmuscheln ausgelöst. Laser-Chirurgie soll hierbei Abhilfe schaffen und für freie Atemwege sorgen. Bei dieser Behandlungs-Methode leiten die Ärzte ein Laserlicht mithilfe einer biegsamen Sonde in die Nase. Hierbei werden die Bestandteile verdampft, welche für die Verstopfungen verantwortlich waren. Dank dieser Maßnahme entsteht ein neuer röhrenförmiger Nasengang, wodurch betroffene Tiere wieder ausreichend Luft bekommen.

Bei der zweiten Art der Laser-Chirurgie leiten Ärzte ein Laserlicht in den Rachen. Hierbei lassen sich äußerst feine, nicht blutende Schnitte ausführen, um so das überschüssige Gewebe zu entfernen.

Für das Gaumensegel sind ebenfalls neue Operations-Möglichkeiten entwickelt wurden. Bei betroffenen Hunden ist der weiche Gaumen oftmals nicht nur zu lang, sondern vor allem verdickt. In Kombination mit einem vergrößerten Zungengrund behindert er die Atemwege im Rachenbereich. Dabei entstehen die typischen Schnarchgeräusche. Für die Behandlung kommen Methoden zum Einsatz, mit denen sich die Gewebeanteile kontrolliert verkleinern lassen.

Vorbeugung bzw. Zuchthygiene Brachyzephalie beim Hund

Für die heutigen Schwierigkeiten der Erkrankung sind die Menschen verantwortlich. Sie orientieren sich bei der Zuchtwahl an dem Schönheitsideal „Kindchenschema“. Hierbei geht es um ein rundes Gesicht, große Augen sowie eine kleine Stupsnase. Wer sich die Rassen von vor 100 Jahren anschaut, erkennt richtig schöne und funktionelle Nasen. Bedauerlicherweise kam in den letzten 80 Jahren der „Trend“ der „nasenlosen“ Züchtung auf. Zum Glück gibt es bereits zahlreiche moderne und kritische Züchter, die das Problem erkennen. Sie scheuen keine Bemühungen, dem entgegenzuwirken. Im Vordergrund steht vor allem eine längere Nase, die dem Tier eine artgerechte Atmung ermöglicht. Aufgrund dessen lässt sich die Erkrankung lediglich „vorbeugen“, indem Züchtungen der Rasse entsprechend und ordnungsgemäß durchgeführt werden. Wer sich für Hunde interessiert, sollte deshalb auf die kritischen Punkte achten.