Harnleiterektopie beim Hund

By | 21. Mai 2017
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Harnleiterektopie beim Hund Hund sitzt auf geschlossener Klobrille

Harn besteht aus nichts anderem als den Giftstoffe, die aus dem Körper gefiltert werden. Das passiert zunächst in den beiden Nieren. Diese filtern die Harnstoffe aus dem Blut, welche dann im Nierenbecken gesammelt werden. Hat sich eine gewisse Menge Harn darin angestaut, wird er über den Harnleiter  weiter zur Harnblase befördert. Unter Harnleiter versteht man einen schmalen, dehnbaren Kanal.  Die Harnblase ist wie ein kleiner Ballon: Wird Flüssigkeit hineingeleitet, dehnt sie sich aus. Ist die Blase voll, kann der darin befindliche Urin kontrolliert über die Harnröhre abgelassen werden. Bei der Erbkrankheit Harnleiterektopie beim Hund endet der Harnleiter an der falschen stelle.

Was wird unter einer Harnleiterektopie beim Hund verstanden?

Diese Erkrankung bedeutet, dass der Harnleiter, das Verbindungsstück zwischen Niere und Blase, nicht korrekt in die Blase mündet.

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Es gibt zwei unterschiedliche Formen der Harnleiterektopie:

  • Extramural Das bedeutet, dass der Harnleiter nicht wie vorgesehen in die Blase mündet, sondern an ihr vorbei läuft. Je nach Geschlecht des Hundes endet der Harnleiter dann im Samenleiter oder der Prostata. Bei Hündinnen in der Gebärmutter oder in der Scheide.
  • Intramural Der Harnleiter erreicht zwar die Blase, verläuft aber grob gesagt so weit, dass er bereits die Harnröhre, den Ausgang der Blase, erreicht.

Was sind die Ursachen der Erkrankung?

Auch wenn es nicht zu Hundert Prozent erwiesen ist, wird in Fachkreisen davon ausgegangen, dass eine Harnleiterektopie genetisch veranlagt ist, also vererbt wird. Grund für diese Annahme ist die Tatsache, dass die Erkrankung immer wieder bei bestimmten Hunderassen zu beobachten ist. Darunter fallen vor allem:

  • Retriever
  • Pudel
  • Sibirische Huskies
  • Terrier
  • Entlebucher
  • Appenzeller Sennenhunde

Unter dieser Krankheit leiden vermehrt die weiblichen Tiere.

Welche Symptome treten hierbei auf?

Das häufigste Symptom der Harnleiterektopie beim Hund ist Inkontinenz, also das unkontrollierte Ablassen von Urin. Bei Hündinnen tritt dieses Anzeichen bereits im Welpenalter, spätestens jedoch mit einem Jahr auf. Die Harnleiterektopie wird bei Rüden hingegen, auf Grund ihres Körperbaus, in den ersten Jahren meist nicht entdeckt. Es sei denn, dass gezielt danach gesucht wird. Erst nach einer Kastration oder im Alter können erste Symptome auftreten, die auf diese Harnwegserkrankung hinweisen.

Leitet der Harnleiter den Harn nicht korrekt in die Blase, kann es außerdem zu einem Rückstau des Urins kommen. Das heißt es sammelt sich mehr Urin an, als die Blase tragen kann. Dieser Rückstau kann bis in die Nieren laufen, weshalb Hunde mit einer Harnleiterektopie prädestiniert für eine Blasen- und Nierenbeckenentzündung sind. Kommt es immer wieder zu einer Nierenbeckenentzündung, schädigt diese dauerhaft das Nierengewebe.

Eine unbehandelte Harnleiterektopie mit Symptomen wie Nierenbeckenentzündungen führt zu einer Schädigung der Nieren und letztendlich zum Nierenversagen, das den Tod des Hundes zur Folge haben kann.

Wie wird die Krankheit festgestellt?

Die einfachste Methode ist der Ultraschall. Ist die Blase während der Behandlung aber nicht ausreichend gefüllt, kann eine genaue Darstellung des Harnleiters problematisch sein. Deshalb wird meist auf eine der folgenden Untersuchungsmethoden zurückgegriffen.

Um den kompletten Weg des Urins nachvollziehen zu können und somit auch den Verlauf des Harnleiters, ist es sinnvoll eine Ausscheidungsurographie durchzuführen. Darunter versteht man eine Röntgenaufnahme von Nieren, Harnleiter und Blase nach vorheriger Verabreichung eines Kontrastmittels. Durch dieses Mittel wird im Prinzip der Weg des Urins simuliert und auf der Röntgenaufnahme dargestellt. So lässt sich auch gleich feststellen um welche Art der Harnleiterektopie es sich handelt.

Wie sieht die Behandlung aus?

Eine Harnleiterektopie ist nicht immer gleich ein Grund für eine Operation. Kommt es zu keinen Problemen wie Harnrückstau oder Inkontinenz reicht es aus den weiteren Verlauf der Krankheit fürs Erste abzuwarten.

Treten jedoch Symptome auf, ist eine Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird, die einzige Lösung. Wie diese jedoch im Detail aussieht hängt immer davon ab, wie der Harnleiter verläuft. Ob es sich um eine einseitige oder beidseitige Harnleiterektopie beim Hund handelt oder ob eventuell schon eine Schädigung der Niere vorliegt. In diesem Fall kann es sogar sein, dass eine Transplantation, also das Einsetzen einer Spenderniere, nötig ist. Handelt es sich um einen einfachen Fall, dann wird lediglich der betroffene Harnleiter in die Blase verlegt.

Wie stehen die Heilungschancen?

Gerade bei einer operativen Behandlung, die ohne Komplikationen verläuft, sind die Heilungschancen sehr gut. Das heißt, dass der Hund danach nicht nur kontinent ist, sondern auch nicht mehr unter ständigen Blasen- und Nierenbeckenentzündungen leidet.

Wie lässt sich eine Harnleiterektopie beim Hund verhindern?

Da es sich um eine Erbkrankheit handelt, ist eine direkte Vorbeugung nicht möglich. Um aber zu verhindern, dass die Krankheit weitergegeben werden kann, sollte mit dem erkrankten Hund nicht gezüchtet werden. Deshalb ist es sinnvoll, den Hund vorher gründlich durch einen Tierazt untersuchen zu lassen, besonders, wenn es sich um eine Rasse handelt, bei der diese Krankheit bereits des Öfteren beobachtet wurde.