Hundesprache

By | 25. Juni 2017
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Hundesprache weißer Hund mit ausgestecktem Zeigefinger eines Menschens vor der HundenaseUm ein harmonisches Zusammenleben zu gewährleisten, sollte der Mensch die Hundesprache verstehen. Denn sonst kann eine Situation sehr schnell gefährlich werden. Der folgende Text beschreibt, wie der Vierbeiner verstanden werden kann und was es hierbei zu beachten gilt.

Häufig gemachte Fehler vermeiden und die Hundesprache richtig deuten

Viele Menschen gehen zu vorsichtig mit ihrem Hund um und greifen zu schnell ein, wenn auf einem Spaziergang anderen Hunden begegnet wird. Anders herum wird das Wedeln mit dem Schwanz immer für Freude gehalten. Dies ist allerdings nicht immer richtig, sodass es vielmehr ein Zeichen für Aufregung ist. Und diese kann sowohl positiv wie auch negativ sein. Daher sollte das Verhalten des Hundes aufmerksam beobachtet und eventuell reagiert werden.

Stimmt es, dass bellende Hunde nicht beißen?

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Auch das Bellen oder Knurren muss nicht zwingend etwas Negatives bedeuten. So versuchen viele Hunde damit zum Beispiel, das Herrchen oder Frauchen zum Spielen zu animieren. Es kann aber auch eine Art Warnung sein. Daher sollte der Mensch sich nicht auf ein einzelne Zeichen beschränken. Vielmehr sollte auf die komplette Körpersprache geachtet werden, von der Nase bis zur Schwanzspitze. Somit kann also nicht allgemein gesagt werden, dass ein bellender Hund niemals beißen würde.

Hundesprache – wie zeigt ein Hund Aggressionen?

Wenn ein Hund wütend ist, richtet er seine Ohren, Lefzen und den kompletten Körper nach vorne. Wenn er dann auch noch knurrt, kann es schnell zu einem Schnappen kommen. Zudem lässt sich eine offene Aggression auch an einer erhobenen und etwas pendelnden Rute erkennen. Der Gegenüber wird mit dem Blick fixiert und die Läufe werden durchgedrückt. In der Regel sind die Mundwinkel bei einem wütenden Hund auch etwas verkürzt.

Wie zeigt ein Hund Angst oder Unsicherheit?

Viele Menschen verwechseln bei einem Hund Angst und Unsicherheit. Dabei ist sehr wichtig, diese beiden Begriffe voneinander zu trennen.

1. Unsicherheit

Viele Verhalten, die als Angst eingeordnet werden, sind eigentlich keine solche. Häufig ist ein Hund nicht ängstlich, nur weil er vorsichtig, zurückhalten oder etwas zögerlich an eine bestimmte Situation herangeht. Vielmehr ist er einfach unsicher, wie er sich verhalten soll. Allerdings kann dieses Verhalten ein Vorläufer von Angst sein. Vor allem dann, wenn der Vierbeiner mehrfach in solchen Situationen schlechte Erfahrungen macht. Denn dann wird er beim nächsten Mal noch vorsichtiger sein und eventuell auch Angst haben, was es natürlich zu vermeiden gilt. Dennoch ist ein unsicherer Hund in der Regel noch komplett handlungsfähig.

Denn auch, wenn seine Körpersprache sagt, dass er sich in der jeweiligen Situation nicht wohlfühlt, kann er dennoch kompetent handeln. Wenn sich diese Situationen allerdings mehrfach wiederholen, kann schnell Angst oder Furcht aufkommen. Diese beiden Zustände müssen wiederum voneinander getrennt betrachtet werden.

2. Furcht und Angst

Grundsätzlich bezieht sich Furcht in der Hundesprache auf etwas Konkretes. Der Hund kann eine Ursache durch gezielte Maßnahmen bekämpfen oder sich dieser entziehen, indem er wegläuft. Angst dagegen ist ein unbestimmter Zustand. Hierbei wird lediglich vermutet, dass etwas Negatives geschehen könnte. Der Hund weiß aber nicht ob überhaupt, wo, wie und zu welchem Zeitpunkt. Dadurch wird das komplette Verhalten beeinflusst und der Vierbeiner kann nicht mehr uneingenommen handeln. Er kann nicht mehr richtig reagieren und hört auch nicht wirklich auf die Sprache seines Herrchens oder Frauchens.

Angst und Furcht können sich steigern, wenn es immer wieder zu negativen Erlebnissen kommt.

Wie erkenne ich, ob ein Hund nur spielen will?

Am einfachsten lässt sich die Hundesprache deuten, wenn der Vierbeiner nur spielen will. Er wedelt wild mit der Rute, hat deutlich vergrößerte Augen, macht das Maul auf und senkt den Vorderkörper ab. Wenn er dann auch noch ein Spielzeug vor die Füße des Menschen legt, ist die Situation klar. Doch auch dann kann er theoretisch schnappen, wenn ihm das Spielen zu heftig wird. Allerdings hat er hierbei keine bösen Absichten, sondern will einfach nur eine kleine Warnung abgeben.

Wo kann man die Hundesprache erlernen?

Um die Hundesprache zu erlernen, kann der Hundehalter eine Hundeschule oder spezielle Seminare besuchen. Hier wird ihm genau erläutert, wie er in bestimmten Situationen regieren soll und wann es angebracht ist, den Vierbeiner besser in Ruhe zu lassen. Dadurch wird das Zusammenleben deutlich einfacher, denn schließlich kann der Hund nicht sprechen und damit auch nicht auf diese Weise mitteilen, wie es ihm in der jeweiligen Situation geht.