Kupfertoxikose beim Hund

By | 19. Mai 2018

Labrador, der auf der Skala, Waage steht

Bei der Kupfertoxikose beim Hund handelt es sich um eine Erbkrankheit. Sie ist vergleichbar mit der Krankheit Morbus Wilson des Menschen. Diese ist rezessiv vererbbar. Es gibt verschiedene Gen-Defekte beim Hund, die dazu führen können. Am häufigsten aber wird die Krankheit von einer Mutation des Kupfertransportproteins ATP7B verursacht. Prinzipiell können alle Hunderassen von dieser Erkrankung betroffen sein. Bei manchen Rassen kommt die Kupfertoxikose allerdings häufiger vor als bei anderen.

Ausbruch der Krankheit

Welpen und eher junge Hunde sind von der Kupfertoxikose trotz der Tatsache, dass die Erkrankung genetisch bedingt ist, normalerweise noch nicht betroffen. Auch wenn es vorkommt, dass Hunde in jedem Alter von dieser Erkrankung befallen werden können. Jedoch sind es meistens Hunde im mittleren Alter, bei denen sich die Kupfertoxikose erstmalig zeigt. Der Verlauf der Erkrankung kann unterschiedlich sein, verläuft aber meistens eher langsam und schleichend.

Durch welche Symptome macht sich die Kupfertoxikose beim Hund bemerkbar?

Leistungsverlust und Abmagerung, aber auch Depressionen, Erbrechen und Appetitverlust zeigen dem Hundebesitzer meistens, dass seinem Liebling etwas fehlen muss. Gewissheit, weshalb der Hund trotz normaler Ernährung und Haltung diese Symptome zeigt, bringt dann erst die Untersuchung durch den behandelnden Tierarzt. Lediglich eine Gelbsucht ist an der Farbe der Augen erkennbar, falls dieses Symptom der Kupfertoxikose beim Hund sich bei dem entsprechenden Tier auch zeigt.

Die Diagnose der Kupfertoxikose beim Hund

Bei der Kupfertoxikose beim Hund ist hauptsächlich die Leber durch den Gendefekt betroffen. Klarheit, ob es sich wirklich um die gefürchtete Kupfertoxikose beim Hund handelt, bringt dann eine Leberbiopsie, die der Tierarzt vornehmen kann. Im Gewebe lässt sich dann eine erhöhte Kupferkonzentration feststellen Während der Normalwert bei unter 400 µg/g liegt, steigt bei der Kupfertoxikose des Hundes der Wert auf über 2000 ppm. Eine verkleinerte Leber, eine Lebernekrose mit Hämolyse oder auch eine hepatische Enzephalopathie können sich bei der Untersuchung ermitteln lassen.

Kupfertoxikose beim Hund Bedlington Terrier rennt freudig am Strand

Gibt es besonders anfällige Rassen für die Kupfertoxikose beim Hund?

Diese Frage kann mit einem Ja beantwortet werden. Auch wenn prinzipiell alle Hunderassen betroffen sein können, so liegt schon bei bestimmten Rassen eine höhere Disposition vor, um an dieser genetisch bedingten Hundekrankheit zu erkranken. Dabei handelt es sich um die Rassen Bedlington Terrier, West Highland White Terrier, Skye Terrier sowie Dobermann. Am häufigsten von den soeben genannten Rassen ist allerdings der Bedlington Terrier betroffen. Seltener wird die Kupfertoxikose beim Hund noch bei den Rassen Labrador Retriever, Keeshond und Dalmatiner festgestellt.

Vorbeugung durch Zuchthygiene

Beim Bedlington Terrier ist es inzwischen möglich, auch bei klinisch gesunden Hunden durch einen nur für diese Hunderasse sicheren DNA-Test zu ermitteln, ob es sich bei diesem Hund um einen Träger handelt. Der Züchter sollte diesen Hund dann nicht mehr zur Zucht verwenden. Bei allen anderen Rassen ist es zur Zeit noch nicht klar, ob dieser Test dort auch anwendbar ist oder nicht. Sicherer ist es dann, durch eine Leberbiopsie zu ermitteln, ob Zuchthunde eventuell noch gesund, aber Träger dieser Erbkrankheit sind. Ist die Krankheit bereits ausgebrochen, sollten die Züchter auf jeden Fall die Eltern des betroffenen Tieres, die Nachkommen und die Vollgeschwister nicht mehr zur Weiterzucht verwenden.

Behandlung und Vorbeugung der Kupfertoxikose beim Hund

Außer der oben bereits genannten Vorbeugung durch Zuchthygiene ist es genau genommen unmöglich, der Erkrankung bei einem noch nicht erkrankten Hund durch irgend etwas Bestimmtes vorzubeugen. Wie gesagt, gibt es nur für Bedlington Terrier einen DNA-Test, der sicher vorhersagt, ob dieser Hund ein Träger der Erkrankung ist. Ansonsten zeigen die ersten Symptome an, ob ein Hund diese Krankheit in sich trägt. In dem Fall bringt dann die oben beschriebene Leberbiopsie Klarheit.

Durch eine Diät vorbeugen ist nicht sinnvoll. Eine bestimmte Diät ohne zusätzliche tierärztliche Behandlung macht auch wenig Sinn, da auch diese Diät nicht verhindern kann, dass sich zu viel Kupfer in der Leber ansammelt. Ein wenig hilft dabei, auf Futtermittel wie Leber, Niere und Hirn grundsätzlich zu verzichten. Weiterhin macht es im Falle der akuten Erkrankung Sinn, ergänzend Zink zu füttern, denn Zink kann im Hundedarm dabei helfen, dass weniger Kupfer aufgenommen wird, weil es die Kupferaufnahme im Hundedarm hemmt.

Wichtig bei der Behandlung sind aber in erster Linie die richtigen Medikamente

Kupfertoxikose beim Hund Dobermann rennt durch hohes trockenes Gras

Nur eine Diät wird einem Hund, der an Kupfertoxikose erkrankt ist, auf Dauer nicht helfen. Er muss unbedingt auch mit Medikamenten behandelt werden. Diese Behandlung nennt sich Chelationstherapie. Die Medikamente D-Penicillamin oder Trientin ermöglichen bei dieser Therapie die Chelation des Kupfers und damit dann anschließend die Ausscheidung über die Nieren. Zusätzlich ist aber eine entsprechende Diät dennoch nützlich, die wie im letzten Absatz beschrieben kupferreduziert sein sollte. Ebenfalls hilft ergänzend zur Chelationstherapie dann die Zugabe von Zink im Hundefutter. Dieses zusätzliche Zink führt im Darm dann dazu, dass Metallothionein vermehrt gebildet wird und so Kupfer gebunden werden kann.

Die Prognose der betroffenen Hunde

Es kommt darauf, wie schwer die Erkrankung bereits ist, was für eine Prognose ein Hund hat. Wenn schon eine akute Lebernekrose und Hämolyse vorliegen, sieht es ziemlich schlecht für den betroffenen Hund aus. In weniger schweren Fällen kann die Prognose auch durchaus gut aussehen.