Ohrmilben beim Hund

By | 19. Juni 2013
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Ohrmilben beim Hund Hund hebt sich die Ohren zu

Bei Ohrmilben beim Hund handelt es sich um Parasiten, die sich ihren Lebensraum in der Ohrmuscheln und dem äußeren Gehörgang des Hundes suchen. Genauer handelt es sich um die sogenannte Räude-Milbe, zu deren bekanntester Art die Ohrmilbe Otodectes cynotis gehört. Diese Art ist weltweit verbreitet, tritt bei Hunden jedoch eher selten auf. Oftmals stecken sich nur junge Hunde mit den Ohrmilben an.

Ursachen für Ohrmilben beim Hund

In der Regel werden die Ohrmilben von Hund zu Hund übertragen. Welpen stecken sich oftmals bei dem Muttertier an, es sind jedoch auch Übertragungen zwischen Katze und Hund möglich. In den seltensten Fällen erfolgt die Übertragung über Krusten, die durch das Kratzen aus dem infizierten Ohr herausfallen.

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Am liebsten Siedeln sich die Milben in den äußeren Gehörgängen und der Ohrmuschel des Hundes an. Dort ernähren sie sich von Blut, Hautzellen und der Gewebe-Flüssigkeit. Hierfür verfügen die Milben über ein Mundwerkzeug, mit welchem sie die weiche Haut der Ohren beschädigen können.

Symptome Ohrmilben beim Hund

Der Milbenbefall der Ohren äußert sich durch starken Juckreiz, welchen der Hund mit kratzen versucht zu stillen. Außerdem schütteln die betroffenen Hunde ständig den Kopf. Währen dem Kratzen entstehen kleinere Hautabschürfungen, die das Eindringen der Milben verstärken. Zudem kann das befallene Ohr durch eine stark gerötete Schwellung auffallen. Folgen des Kratzens können Ekzeme (nässend) im Ohr oder an der Wange sein. Im schlimmsten Fall entsteht ein sogenanntes Blutohr (Othämatom). Ohrmilben können aber auch Infektionen im Ohr auslösen, die sich zu einer Gehörgangs-Entzündung ausbreiten. Dabei entstehen schwarz-brauner Ohrenschmalz sowie eine harte Kruste am äußeren Gehörgang.

Ohrmilben beim Hund können sowohl ein Ohr als auch beide Ohren befallen. Liegt ein schwerer Milbenbefall vor, kann dieser sich sogar auf die Umgebung der Ohrmuschel ausweiten. Die schlimmste Folge stellt ein Durchbruch des Trommelfells dar, der sogar zu Störungen im Gehirn (z. B. Gleichgewichtsstörungen, Schwindel) oder einer Mittelohr-Entzündung führen kann.

Diagnostik beim Tierarzt

Wichtigstes Erkennungsmerkmal von Milben beim Hund sind jegliche Veränderungen des Hundes, sei es starkes Kratzen am Ohr, Hautveränderungen, Unruhe, ständiges Kopfschütteln, Haarausfall oder Verkrustungen am Ohr. Je schneller die Milben erkannt werden, desto effektiver kann der Hund behandelt werden. Die endgültige Diagnose kann natürlich nur ein Tierarzt stellen. Dieser überprüft ebenfalls das Ohr und stellt mögliche Veränderungen des Ohrenschmalz oder Verkrustungen fest. Die Milben können mit einem speziellen Untersuchungsgerät (Otoskopf) und einer Lupe sichtbar gemacht werden. Abgesichert wird die Diagnose anschließend unter dem Mikroskop. Hierfür wird ein Abstrich aus dem Ohr entnommen und auf Milben oder deren Eier untersucht.

Behandlung und Therapiemaßnahmen

Um den Hund von den Ohrmilben zu befreien gibt es drei verschiedene Therapieansätze. Bei der topischen Behandlung wird das gewählte Medikament (Verschreibungspflichtig oder frei verkäuflich) entsprechend der Anleitung aufgetragen. Hierbei handelt es sich meist um Tropfen, die in das betroffene Ohr einmassiert werden. Die Behandlung erfolgt über mehrere Tage/ Wochen bis die Symptome abgeklungen sind. Sogenannte Spot-On Produkte haben sich ebenfalls als effektiv erwiesen. Das Auftragen erfolgt meist im Nacken oder zwischen den Schulterblättern. Ein injizierbares Mittel stellt die letzte Behandlungsmöglichkeit dar.

Präventiv kann ein Insektizid-Shampoo zum Einsatz kommen. Des weiteren sollten Hunde von fremden, freilaufenden Tieren ferngehalten werden, da die Ansteckungsgefahr hier erhöht ist.