Zecken beim Hund

By | 6. Juni 2015
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Zecken bei Hunde sind vor allem bei Hundebesitzern im ländlichen Bereich ein Problem. In manchen Jahren können sich Zecken, meist bedingt durch einen Milden Winter, zu einer wahren Plage für Mensch und Tier entwickeln. Doch Zecken beim Hund sind nicht nur lästig, Sie sind auch Träger verschiedener Krankheiten. Deshalb ist es wichtig einen Hund nach jedem Wald und Wiesenspaziergang auf Zecken zu untersuchen. Denn je eher eine Hundezecke entfernt wird, um so geringer das Ansteckungsrisiko für den Hund.

Zeckenarten Krankheiten
Holzbock -|- Auwaldzecke -|- Braune Hundezecke Anaplasmose -|- FSME -|- Babesiose -|- Ehrlichiose -|- Hepatozoonose -|- Zeckenparalyse

Zecken beim Hund Zecken WarnschildWelche Zecken befallen den Hund ?
Momentan sind rund 862 Zeckenarten bekannt biologisch gesehen gehören Zecken zu den Milben, die sich ebenfalls von Blut ernähren. In Deutschland bzw. im gesamten westeuropäischen Raum stellen jedoch nur zwei Zeckenarten eine Gefahr für Tier und Mensch da. Dies sind der Holzbock und die Auwaldzecke. Jedoch sind andere Zeckenarten, die normalerweise weiter südlich beheimatet sind, immer häufiger auch in unseren Breitengraden anzutreffen. Dies ist durch den Klimawandel bedingt. In den neu befallenden Gebieten handelt es sich vor allem um die Braune Hundezecke, Igelzecke und die Fuchszecke die neben dem einheimischen Zeckenarten dem Hund gefährlich werden können.

Zecken beim Hund richtig entfernen!

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Zum Entfernen von Zecken beim Hund gibt es sowohl für den Hund als auch für den Menschen extra Zeckenzangen. Falls keine Zeckenzange zu Hand ist, kann auch eine Pinzette verwendet werden. Beim Entfernen der Zecken beim Hund gilt es so tief wie möglich auf der Haut des Hundes anzusetzen, um die Hundezecke ohne Rückstände zu entfernen.

Die betroffene Stelle sollte danach einige Tage beobachtet werden, im Falle einer größeren Entzündung der Haut um den Zeckenstich (3 cm) sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Doch was, wenn die Hundezecke zu spät entdeckt wird? Welche Krankheiten werden von welcher Zeckenart übertragen und wie äußern sich die Symptome der Krankheit?

Zecken beim Hund – Krankheiten und Symptome

Holzbock beim HundDer Holzbock

Der Biss einer Holzbockzecke kann zu Anaplasmose, Borreliose und Meningoenzephalitis (kurz FSME) führen. Wobei alle 3 Krankheiten nicht nur für den Hund gefährlich werden können.

Anaplasmose beim Hund

Bei Anaplasmose handelt es sich um eine bakterielle Infektion die durch einen Biss des Holzbock übertragen wird. Man schätzt das in Deutschland 1-4 % der Holzbock Zecken von Anaplasma Bakterien befallen sind.

Anaplasmose Symptome
Für gewöhnlich kommt es ein bis zwei Wochen nach dem Zeckenbiss zu hohem Fieber (39°C und höher) und der damit verbundenen Schläfrigkeit. Weitere Symptome sind Erbrechen, Durchfall und der damit einhergehende Gewichtsverlust genauso wie die Appetitlosigkeit des Hundes.

Anaplasmose Behandlung
Zur Behandlung einer Anaplasmose reicht eine mehrwöchige Antibiotikatherapie verschrieben von einem Tierarzt aus.

Borreliose beim Hund
Die Infektionserreger der Borreliose die so genannten Borrelia-Bakterien gelangen durch den Zeckenstich in den Blutkreislauf. Sie breiten sich dort im gesamten Körper des Hundes aus. Die Anzahl der an Borreliose befallenen Zwecken liegt je nach Bundesland in Deutschland bei ca. 15% bis maximal 50 %.

Symptome
Die Symptome einer Borreliose beim Hund sind am Anfang nicht sehr ausgeprägt, unter Umständen können jedoch Symptome wie Fieber Appetit und Teilnahmslosigkeit auftreten. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Arthritis in den Gelenken des Hundes kommen. Im weiteren Verlauf der Krankheit ist beim Hund zunehmende Erschöpfung, gepaart mit Phasen von Besserung zu beobachten.

Behandlung der Borreliose
Zur genauen Diagnose und Behandlung der Erkrankung muss ein Tierarzt aufgesucht werden. Diese wird dann die genaue Vorgehensweise wie zum Beispiel die Behandlung mit Antibiotika und eine eventuell darauf folgende Schutzimpfung gegen Holzbockzecken in Erwägung ziehen.

FSME beim Hund

FSME die Kurzform von Meningoenzephalitis ist eine Virus Erkrankung, die Hunden aber auch dem Menschen gefährlich werden kann. Übertragen wird diese Krankheit ebenfalls durch den Biss eines Holzbocks.Hochrisikogebiet für FSME ist hier die Südhälfte Deutschlands, wobei die Grenze etwa im Gebiet des Flusses Main liegt.

Symptome FSME
FSME ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit für den Hund und kann mit dem Tod des Tieres enden. Am Anfang verläuft die Krankheit anders als beim Menschen meist Symptom frei. Im Verlauf der Krankheit kommt es jedoch erst zu Fieber und dann zu Symptomen wie epileptischen Anfällen und Bewusstseinstrübung sowie Bewegungsstörungen.

Behandlung von FSME
Die Behandlung von FSME beim Hund kann zurzeit nur symptomatisch erfolgen. Hierbei wird der Hund mit Antibiotika, wenn dies durch eine Schwächung des Immunsystems notwendig ist, versorgt. Weiterhin zeigten Physiotherapie, Dekubitus- und
Pneumonieprophylaxe gute Behandlungsergebnisse und sind Kernpfeiler der Behandlung von FSME bei Hunden.

Eine Behandlung mit Cortison wird zurzeit immer noch kontrovers diskutiert und sollte je nach Krankheitsverlauf entschieden werden.

Auwaldzecke HundDie Auwaldzecke

Beim Biss einer Auwaldzecke können Babesien, welches einzellige Organismen sind, übertragen werden. Diese Erreger befallenen die roten Blutkörperchen und vermehren sich schnell. Dies führt dann meist zu einer so genannten Babesiose beim Hund.

Babesiose beim Hund

In Deutschland tragen rund 0,5 % aller Auwaldzecken den Babesioseerreger in sich.

Babesiose Symptome
Babesiose Symptome äußern sich nach 1 bis 3 Wochen mit recht hohem Fieber mit bis zu 42 °C, durch die der Hund unter Umständen sterben kann. Oft ist der Urin des Hundes von einer dunkelbraunen Farbe, bedingt durch das Absterben der roten Blutkörperchen, gekennzeichnet. Nach dem Abklingen der Fieberschübe folgt meist Gewichtsverlust durch Appetitlosigkeit und zunehmende Blutarmut sowie die Gefahr eines Nierenversagens.
Im weiteren Verlauf der Krankheit kann es am Auge des Hundes zu Netzhautablösungen und epileptischen Anfällen sowie Bewegungsstörungen kommen.

Babesiose Behandlung
Babesiose beim Hund wird mittels dem Wirkstoff „Imidocarb Dipropionat“ behandelt. Dieser ist jedoch in Deutschland nicht zur Anwendung am Hund zugelassen. Was es schwierig macht hier eine Behandlung mit diesem Wirkstoff zu bekommen. Eine Impfung gegen Babesiose ist jedoch über einen in Europa zugelassenden Wirkstoff möglich.

Braune HundezeckeDie Braune Hundezecke

Die braunen Zecken beim Hund sind in Deutschland normalerweise nicht heimisch. Können sich aber durch eingereiste Tiere bis zum Winter vermehren und überleben. Die braune Hundezecke ist Träger der Krankheiten Ehrlichiose , Hepatozoonose und der Zeckenparalyse.

Ehrlichiose beim Hund

Für Ehrlichiose Erkrankungen beim Hund ist das Bakterium Ehrlichia canis verantwortlich. Der Erreger schwächt das Immunsystem durch Befallen der weißen Blutkörperchen und Lymphozyten des Hundes.

Ehrlichiose Symptome
Die Ehrlichiose ist eine sehr schleichend verlaufende Krankheit, es dauert meist mehrere Jahre bis Krankheitssymptome auftreten. Zu den Anfangssymptomen der Krankheit gehören allgemeine Schwäche und Appetitlosigkeit, im weiteren Verlauf der Krankheit wird oft von Nasenbluten berichtet.
Doch dies sind noch nicht alle Symptome es können im weiteren Verlauf der Krankheit Blut in Kot und Urin sowie Bluthusten und Blutergüsse in der Gelenkgegend vorkommen.

Ehrlichiose Behandlung
Die Behandlung einer Ehrlichiose erfolgt über eine vierwöchige Gabe des Wirkstoffes Doxycyclin mit 10 mg pro KG Körpergewicht des Hundes.

Hepatozoonose beim Hund

Eine Hepatozoonose wird durch den Biss einer infizierten Zecke und den dadurch übertragenen Einzellern Hepatozoon canis ausgelöst. Ein Ausbruch der Krankheit ist jedoch nur bei geschwächtem Immunsystem des Hundes bedrohlich.

Hepatozoonose Symptome
Eine Infektion mit Hepatozoonose verläuft bei einem gesunden Hund vollkommen symptomfrei. Jedoch kann es bei Tieren mit geschwächtem Immunsystem zu ernsten Symptomen kommen wie Abmagerung, Leberentzündung, Lymphknotenschwellungen, Blutarmut und hohes Fieber die für den Hund lebensbedrohlich sein können.

Hepatozoonose Behandlung
Bisher gibt es leider keine Behandlungsmöglichkeit welche die Erreger der Hepatozoonose vollkommen abtötet. Deshalb kann der Hund nur symptomatisch mit Antibiotika behandelt werden. Weiterhin wird bei einer Leberentzündung eine Therapie mit einer Hundediät und Medikamenten verordnet.

Zeckenparalyse beim Hund

Zeckenparalyse wird durch den Biss der braunen Hundezecke ausgelöst, diese indiziert beim Beißen des Hundes Nervengifte die die Bissstelle betäuben. Dies kann in seltenen Fällen, abhängen von Immunsystem des Hundes, eine lähmende Wirkung haben.

Zeckenparalyse Symptome
Erste Symptome einer Zeckenparalyse auch als Zeckenlähmung bekannt treten beim Hund recht schnell auf. Oft wird der Hund wenige Tagen nach dem Zeckenbiss zunehmend bewegungsfaul und schläfriger. Im weiteren Verlauf der Krankheit tritt eine Lähmung der Hinterbeine auf. Welche sich unbehandelt weiter ausbreitet und mit dem Tod des Hundes endet, sobald die Atemmuskulatur des Hundes von der Lähmung betroffen ist.

Zeckenparalyse Behandlung
Es gibt, zurzeit kein Behandlungsmittel gegen Zeckenparalyse. Die effektivste Behandlungsmöglichkeit ist die Zecken beim Hund so schnell und gründlich wie möglich vom Hund zu entfernen. Danach werden keine neuen Nervengifte in die Blutbahn des Hundes geleitet und die Symptome sollten schnell abklingen. Der Hund sollte sich binnen wenigen Tagen vollkommen von der Hundelähmung erholt haben.